Der reaktive Hund

Als reaktiv bezeichnet man etwas was „auf etwas reagiert“. Beim Hund nutzt man den Begriff  gerne wenn sie schnell auf 180 sind….ausflippen und in 0,01 Sekunden von 0 auf 180. Sie springen in die Leine, sie bellen, beim kleinsten Pups sind sie sofort aktiviert – im angenehmen, aber auch im unangenehmen Sinne.

Steck deinen Hund nicht in eine Schublade…

Immer dann, wenn wir unseren Hund in eine Schublade stecken, werden wir ihm nicht gerecht. Die Welt ist nicht schwarz-weiß und auch, wenn es das Leben einfacher und Tipps effizienter machen würde: Es wäre verdammt langweilig, wenn man alles mal eben klassifizieren könnte!

Und ganz ehrlich „einfach“ kann jeder. 😉

 

Persönlichkeitsmerkmal

Unter „Persönlichkeit“ versteht man die Grundeigenschaften eines Individuums, also auch die eines Hundes.

eine reaktive Persönlichkeit hat, können wir gar nicht so einfach ausmachen. Denn in einem ist sich die Wissenschaft an der Stelle einig: Die Umweltfaktoren spielen eine riesige Rolle und die Frage, woher das Verhalten tatsächlich kommt, ist nicht von außen zu beantworten.

Als „reaktiv“ beschriebene Hunde handeln nicht ohne Grund, sondern es ist die Bewertung eines Auslösers in der Umwelt, der die Reaktion auslöst. Und genau hier kannst du ansetzen! Ändere die Bewertung und die dafür mitverantwortlichen Systeme.

Umweltreaktionen

Kommt dein Hund in eine bestimmte Situation, sind wiederkehrende und/oder berechenbare Handlungsmuster wahrscheinlich.

Doch, ob unser Hund

Hier mal ein paar Tipps für den Umgang

1. Stress reduzieren

Eine Herausforderung ist ein Problem vor dem dein Hund steht, das Energie zur Lösung braucht. Die Lösung ist schnell gefunden und funktioniert. Diese Art der Belastung lässt deinen Hund wachsen. Anders sieht es aus, wenn er häufig vor Problemen steht, keine Lösungen finden kann oder einen Kontrollverlust erleidet. All das liegt in seiner Bewertung – nicht in deiner! Dann ist der Stress für ihn schlimm und kann nicht nur die Bewertungen von Situationen verschlechtern, sondern zudem die Impulsivität steigern! 

2. Strategien erlernen

Dein Hund kann nicht nichts tun! Es reicht nicht, zu definieren, was er nicht mehr machen soll. Er muss eine neue Strategie lernen, die ihm weiterhilft und ihn möglichst schneller, energiesparender und mit angenehmeren Emotionen ans Ziel bringt. Dann kann er das alte Verhalten ersetzen. Es ist nicht die Lösung, dass du alles regelst. Je mehr du auf deine Kontrolle setzt, desto anstrengender wird dein Alltag und desto mehr Kontrollverlust (= Stress) erleidet dein Hund.

3.Mit Umwegen zum Ziel

Es bringt überhaupt nichts, wenn du mit Vollgas über eine rote Ampel braust und dich dann wunderst, wenn du einen Unfall baust. Würdest du sagen „Da musste mein Beifahrer durch.“? Es ist keine Schande temporär den Situationen aus dem Weg zu gehen und erstmal in Ruhe den Stress zu reduzieren und neue Strategien zu erlernen. Je nach Problem übe daher Strategien um den Situationen frühzeitig aus dem Weg zu gehen.

4. Wohlbefinden

Schon lange weiß man, dass das Ausbleiben von Unangenehmem nicht reicht um Wohlbefinden herzustellen.

Baue Spiel, Spaß und schöne Dinge ohne Anforderungen in euer Leben ein! Genießt die Zeit, macht das, was euch beiden gut tut. Sucht euch Orte, wo ihr nach Herzenslust einfach sein könnt und unternehmt gemeinsame Aktivitäten, die die Bedürfnisse deines Hundes befriedigen und dir Zeit zum durchatmen geben.

 
 

5. Entspannung

Entspannungstraining ist kein Wundermittel. Aber es ist ideal, wenn du merkst, dass dein Hund JETZT gespannt ist, wie ein Flitzebogen und du die Sehne kurzzeitig wieder lockern willst, damit der Pfeil nicht loszischt.

Es entspannt für einen Augenblick und den kannst du nutzen um die Situation zu verändern, sei es durch einen geordneten Rückzug aus der Situation oder die freundliche Erinnerung an deinen Hund, dass er auch anders reagieren kann.

6. Rituale

Suche dir Möglichkeiten um deinem Hund Halt zu geben – egal wo ihr seid.

„DurchATMEN“ lautet das Ziel! So wird aus einer großen Belastung mehrere kleine Herausforderungen mit Pausen. Das lässt sich besser rocken! Die Routinen können an Handlungen, Orte oder andere Dinge geknüpft sein. Wir haben zum Beispiel:

gut aufgebaute Futtersuchen und Erkundungsrituale, die wir in Pausen bei Wanderungen einsetzen.

im Alltag auf den festen Strecken gut etablierte Wohlfühl-Inseln, die wir nutzen, um Erregung zu regulieren.

Pausensignale, die mit Beschäftigung, z.B. durch einen Schnüffelteppich kombiniert sind.

Diese festen Abläufe helfen uns durchzuatmen und in der Zeit andere Strategien zu finden, als zu ziehen, zu bellen oder andere doofe Sachen anzustellen.  

7. Unvorbereitet

Hunde müssen sich immer erst wieder an das Leben anpassen. Dafür brauchen sie Zeit und Lerngelegenheiten. Sie wissen nicht, warum wir mal zuhause arbeiten und mal ins Büro gehen. Sie kennen keine Umzüge oder Urlaube. Unser Leben ist schnelllebig und damit oft überfordernd für unsere Hunde. Bereite deinen Hund auf die Veränderungen vor und überlege dir im Vorfeld, wie du den Übergang möglichst schrittweise durchführen kannst. Je mehr Vertrautes dein Hund hat, desto einfacher.

8. Körpersprache

Häufig sind Konfliktverhalten und Stress-Symptome Vorboten von unerwünschtem Verhalten. Je früher du erkennst, dass ihn etwas anspannt und bewusst unterstützen kannst, desto besser.

Das Erkennen und Respektieren seiner Körpersprache fördert zu dem seine Selbstwirksamkeit und damit die Fähigkeit Probleme zu lösen und Strategien zu finden. Es wird eure Beziehung stärken und euch achtsamer durch den Alltag gehen lassen. Vor allem wirst du daran aber zuerst eure Fortschritte erkennen – die du dann bitte gebührend feierst! 

9. Balance finden

Viele Menschen verstehen unter Auslastung das stupide auspowern der Körperkräfte. Das ist Blödsinn! Die Folgen sind häufig Überforderung, Frustration und steigende Erregung. 

Kurz zusammengefasst: Damit dein Hund die richtige Balance finden kann, braucht er Stimulation für seine Sinne, das Ausleben seiner Bedürfnisse, Erholungs- und Freizeiten. Und das in einem Umfeld, in dem er sich wohlfühlt. Ein Umfeld in dem er bellt, hibbelt, zerrt oder gar keinen Bock hat, ist nicht das Richtige! Hier wirst du dir mehr Probleme einfangen, als loswerden. Auch, wenn es sich dabei um die „Kumpel-Runde“ handelt.

Überlege dir, wann und wo ihr entspannt unterwegs seid und dein Hund Freude an eigenständiger Erkundung hat – das ist die bessere Auslastung! 

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